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 Betreff des Beitrags: Traumzustand
BeitragVerfasst: 14. Aug 2010, 05:08 
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An Kaharr, illuminor. Sharalan bur Angolis.
Sil'naghra in Thanagor. Luminas dor illuminis.

Leise klang das Lied des klaren Stimmchens in Wintermauls Kopf.
Wie ein verblassender Gedanke. Die Erinnerung an einen Traum, dessen Inhalt man schon beim Erwachen zu vergessen beginnt.

Etwas anderes hatte sich seiner Sinne bemächtigt. Als wäre ein uralter Instinkt in ihm erwacht.
Seine Umgebung kam ihm fremd und feindselig vor. Zorn erfüllte seinen Körper. Es war eine bewölkte Nacht und doch konnte er alles um sich herum klar erkennen, ohne dass seine Augen von der Dunkelheit getrübt wurden, als er durch den Ahornwald jagte.
Sie waren dicht hinter ihm. Er konnte die Bluthunde wittern, mit deren Hilfe sie seine Fährte verfolgten. In großen Sprüngen preschte er durch das Unterholz und einen Berghang hinab.
Wenn diese Feiglinge blos nicht so viele wären. Mit einem Paar davon wäre er sicher fertig geworden. Das Blut pulsierte in seinen Ohren, der Wind trug das näher kommende Gekläffe hinter ihm her.
Finstere Gedanken erfüllten den Mann. Die Festung beengte ihn. Einer Gruft gleich hatte ihn das Gemäuer erdrückt. Er hatte hinaus gemusst, von der Gier nach Freiheit getrieben.
Ein süßer Geruch hatte ihn in die Ferne gezogen. Der Aderlass hatte ihn viel Blut gekostet, das er sich jetzt zurückholen wollte. Die Krankheit hatte die andere Stimme in seinem Inneren entfesselt...

Auf Pferden verfolgten sie ihn, ihre Hunde jagten durchs Unterholz und setzten ihm den Hügel hinab nach. Ohne sich umdrehen zu müssen konnte er fühlen, dass sie da waren.
Vor ihm endete der Wald. In gewaltigen Sprüngen hechtete er durch ein vom Vollmond beschienenes Kornfeld. Mit den Hinterbeinen drückte er sich ab, auf den Händen landete er, federte den Sprung geschmeidig ab und drückte sich abermals aus den Armen heraus ab.
Ein Hochgefühl hatte ihn überkommen. Die Schmerzen der letzten Wochen hatten geendet, das Fieber war verschwunden und er konnte endlich wieder klar denken. Er fühlte sich stärker und kräftiger als jemals zuvor.
Sie würden ihn nicht einholen. Kein Hund konnte schneller laufen als er. Doch die Pferde musste er irgendwie abschütteln...

An Kaharr, illuminor. Sharalan bur Angolis... Die Stimme verblasste in seinem Hinterkopf. Ein animalischer Instinkt brachte ihn dazu, sein Tempo zu verringern. Du bist der Jäger, renn nicht davon. Greif sie dir, zerfetze sie! Zerfleisch deine Beute! Er fletschte die Zähne und legte sich im dichten Feld flach auf den Bauch.
Schlag deine Zähne in ihr saftiges Fleisch! Die Reiter kamen näher und zügelten ihre Rösser, das Feld auf der Suche nach ihm durchkemmend. Er belauerte sie. Töte das fremde Rudel mit deinen Pranken! Die Hunde hatten seine Spur entdeckt.
Er knurrte, seine Nackenhaare stellten sich auf und mit einem wilden Heulen sprang er aus seinem Versteck genau in die reißende Meute.
Sie bissen nach ihm, er biss nach ihnen, schlug wild mit seinen Klauen um sich. Er fühlte keinen Schmerz, nur tobende Wut und Extase. Zwei Reiter waren ganz nah, drei andere weiter oben.
Es bringt die Hunde um! Einer sprang aus dem Sattel und zog sein Schwert, der andere nahm Wintermaul mit seiner Lanze ins Visier. Ein dritter Mann kam in Windeseile hinzu. Nur Wintermaul konnte in der Dunkelheit sehen, dass er wild mit den Armen gestikulierte.
Lasst ihn am Leben! Tötet ihn nicht! Der Großmeister muss leben!
Der Mann mit dem Schwert stellte sich Wintermaul zum Kampf. Breitbeinig tänzelte er um ihn herum. Sein Gewicht war nach vorne verlagert, doch er wagte sich nicht nah genug heran, um in Reichweite der Klauen oder Zähne zu kommen.
Der zweite Mann eröffnete den Angriff. Er ritt von hinten auf Wintermaul zu, der den Speerstoß instinktiv erkannte und ihm mit einem gewaltigen Satz zur Seite auswich. Seine Zehen berührten kaum wieder den Boden, als er sich erneut abstieß und auf die Flanke des vorbeireitenden Pferdes zusprang.
Er schlug seine Krallen in die Seite des Tieres und biss wild um sich, in Richtung des gepanzerten Reiters. Das Pferd stürzte und wälzte sich voller Schmerz und Furcht auf dem Boden, der erzürnte Wintermaul darunter. Reiß alles in Stücke! Spiel mit deiner Beute, aber lass sie nicht entkommen!
Der Reiter war aus dem Sattel gefallen und richtete sich auf, während Wintermaul noch auf allen Vieren vor dem scheuenden Pferd wegkroch.
Außer Reichweite der Hufe blickte er aus blutroten Augen auf und musterte seinen Angreifer belauernd. Dieser stand in etwa zwei Sprung Entfernung im Feld und war nur mit der angespitzten Mithrilstange bewaffnet. Den Helm hatte er beim Sturz verloren und die breite Kriegsaxt hing noch im Waffengurt des Pferdes.
Beiß zu! Vorsicht! Gefahr! Wintermaul sog die Nachtluft ein. Er hatte das Gefühl, mit der Nase sogar noch besser sehen zu können, als mit den Augen.
Nimm dich vor dem da in Acht! Erinnerungen durchzuckten Wintermaul als er sich dem elfischen Krieger gegenüber sah. Wer ist er? Du kennst ihn! Wer ist das? Gefahr!
Wintermaul presste die rechte Hand gegen die Schläfe. Seine Ohren zuckten. Der andere Mann spannte die Schultern, dann senkte er langsam den Spieß. Alsender. Beruhige dich... Ich bin da, es wird gut. Ganz ruhig, alles ist gut.
Wer ist er? Wie Blitze durchzuckten ihn die Erinnerungen. Bruchstückhaft. Ein erlöschendes Feuer. Freund? Er gehört zum Rudel. Friss ihn nicht! Eine Falle vielleicht! Sei auf der Hut.
Wintermaul versuchte den Namen des Elfen zu formen. Er lag ihm auf der Zunge, aber es gelang ihm nicht recht sich zu erinnern. Als wäre ein dichter Nebel im Weg. Ihr seid krank, Mylord. Ich will Euch helfen. Ganz ruhig...
Verwirrt stieß Wintermaul ein lautes Jaulen aus, das in einen klagenden Schrei überging. Er betrachtete seine Hände, die mehr Ähnlichkeit mit langen Klauen hatten. Blut klebte daran. Ebenso wie an seinen Zähnen und überall im Fell. Fell? Was ist nur los? Warum... so... verwirrt?
Der Elf kam langsam näher. Auch die anderen Männer kamen. Sie kreisten Wintermaul ein, er bemerkte es, doch war er außer Stande darauf einzugehen. Wie von Sinnen starrte er zum wolkenverhangenen Vollmond empor. Dieser schien sich vor seinen Augen blutrot zu verfärben.
Was ist nur los? Die Männer... Der Elf... Ein silbernes Kreuz. Vor seinen Augen und in seinem Geist verschwamm alles. Die Welt drehte sich und er hatte das Gefühl zu fallen. Der Elf streckte die Hand nach ihm aus, seine Lippen bewegten sich, aber Wintermaul konnte nichts hören. Die Farben verschwanden. Alles wurde dunkel.
Er hatte das Gefühl zu fallen, er fiel. Sein Mund fühlte sich fremd an. Wie die Stimme eines Anderen konnte er sich selbst flüstern hören: Veras.
Dann verlor der Herzog von Wintermaul das Bewusstsein.


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