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 Betreff des Beitrags: Ein Kreuz - zwei Farben
BeitragVerfasst: 14. Aug 2010, 05:07 
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Geschlecht: männlich
»Mylord, Ihr müsst aufstehen.«
»Ich bitte Euch, mein Herr!«

Wintermaul schlug die Augen auf.
Obwohl sein Gemach nur spärlich beleuchtet war, reichte das Licht aus, um das Bild vor seinen Augen verschwimmen zu lassen.
Ein pulsierendes Rauschen durchströmte seine Ohren und er atmete schwer.

»Er braucht neue Decken. Und holt den Arzt. Mylord, es ist Zeit für den Aderlass...«

Unter Schmerzen versuchte Wintermaul, sich im Bett aufzusetzen. Alles drehte sich. Er bekam einen Hustenanfall und ließ sich zurück in die Kissen fallen.

»Kein Aderlass mehr.« Abermals wurde der geschundene Körper des Mannes von heftigen Hustenanfällen geschüttelt.
»Aber mein Herr, Ihr müsst gesund werden... Ihr habt wichtige Pflichten zu erledigen die niemand sonst...«
»Catsuit! Genug!« Die Stimme des Ritters war von plötzlich aufwallendem Zorn verzerrt.
Er seufzte niedergeschlagen und versuchte sich erneut aufzusetzen und die Augen zu öffnen.
»Verzeiht, Sir Catsuit... Ich... Ich kann es im Zaum halten.« Er spuckte Blut in einen Krug neben dem Bett und sah die drei Männer, die um sein Lager standen, dann erschöpft an.
»Holt mir Arsim.«
»Sire?... sehr wohl Sire.«

Catsuit verneigte sich leicht und verließ rückwärts gehend den Raum. Die beiden anderen Männer traten näher an Wintermauls Lager heran und warfen mit ihren Körpern einen Schatten gegen das Licht.
Der stechende Schmerz in seinen Augen ließ umgehend etwas nach und obwohl ihm jede Faser seines erkrankten Leibes wehtat, gelang es dem Großmeister unter Aufwendung all seiner Willenskraft, sich keuchend in den Kissen aufzusetzen und den Männern ein schwaches Lächeln zu schenken.
»Veras. Hast du etwas in Erfahrung bringen können?«
Einer der Männer zog bei diesen Worten die Kapuze zurück, die sein Gesicht verdunkelt hatte. Er war ein Hüne mit langem weißem Haar. Die silberne Haut und die spitzen langen Ohren zeichneten ihn als Elfen aus.
»Großmeister. Die Kreatur, die Euch angefallen hat, war ein Worg. Die Worgen von Gilneas sind verflucht. Der Fluch wurde wahrscheinlich auf Euch übertragen. Wenn das wahr ist, werdet Ihr zu einer rasenden Bestie ohne Verstand, nur durch Instinkte getrieben und-«
»Veras, genug.« Wintermaul hob die Hand und der Mann verstummte. »Ich bin nach wie vor bei klarem Verstand und kein Fluch wird etwas daran ändern. Meine Krankheit ist eine Probe des Lichts...«, ein heftiger Hustenanfall schüttelte den Ritter erneut und er verzog voller Schmerzen das Gesicht.
Seine geröteten Augen jedoch wirkten entschlossen.
»Und ich strebe mit all meinen Kräften danach, sie zu bestehen.«

In diesem Moment kam Catsuit zurück. Ihm folgte ein anderer Mann. Dieser trug eine seidene Tunika, die bis auf den Boden reichte. Ein Turban verdeckte sein Haar und seine Haut war dunkler, als die, der anderen Menschen in Raum. Er hielt den Blick gesenkt und wartete neben der Tür, wo die Sicht auf das Bett des Ordensmeisters durch große Tücher verhüllt war.
Catsuit gesellte sich zurück an die Seite der anderen Ritter.
»Ich bringe Euch den Sklaven, Mylord.«
»Bruder Arsim ist ein freier Mann, Sir Catsuit«, sagte Wintermaul, als belehre er ein dummes Kind. »Die Sklaverei ist etwas barbarisches und den Dienern des Lichts nicht würdig. Tritt näher, Arsim.«
Veras zog die Tücher beiseite und der Mann trat näher. Dabei wäre er mit dem gewaltigen Elfen fast auf Augenhöhe gewesen, doch er kniete vor dem Bett nieder und presste die Stirn auf die Steinplatten. So verharrte er, während sich Wintermaul keuchend auf die Bettkante setzte. Er bemühte sich, das Gleichgewicht zu halten, als säße er auf einem Thron und legte die Hände in den Schoß.
So verharrte er und schnappte eine Weile nach Luft, ehe er den vor sich kauernden Diener musterte und das Schweigen im Saal mit geschwächter Stimme brach.
»Du kannst aufstehen.« Der Diener löste die Stirn vom Boden und brachte seinen Oberkörper in eine aufrechte Position. Er kniete dennoch weiterhin vor seinem Herren. Wintermaul nickte ernst.
»Ich habe geträumt, Arsim. Ich stand auf einem Hügel und blickte in die Nacht hinaus. Dort in der Ferne waren die Türme von Lordaeron und inmitten der Stadtmauern thronte unser silbernes Kreuz. Darüber flog ein weißer Greif.
Dann ging die Sonne auf. Der Greif schrie und stürzte getroffen aus den Lüften herab. Sein Blut benetzte unser Kreuz und färbte es rot. Als die Sonne aufgegangen war, sah ich nichts mehr, außer diesem roten Kreuz, umhüllt von gleißendem weißem Licht...« Wintermaul hatte während dem Sprechen die Augen geschlossen und seine Stimme hat abwesend geklungen; leise. Nun öffnete er die Augen, in denen sich Tränen gesammelt hatten, wieder und räusperte sich.
»Krieg überzieht den Norden. Der Kreuzzug ist durch unser Unglück ins Stocken geraten. Die Argentumdämmerung und die Silberhand haben sich zu einem gemeinsamen Bund zusammengeschlossen. Für uns wird es Zeit, ebenfalls ein neues Bündnis einzugehen.
Mein Traum war eine mir durch das heilige Licht zuteil gewordene Vision. Du magst dich nun fragen, weshalb ich dir das erzähle, gewiss...«
Der Großmeister des Silberkreuzordens unterbrach sich erneut und hustete erbärmlich. Es schüttelte seinen ganzen Körper und Veras eilte herbei, um ihn zu stützen. Er wollte ihn zurück aufs Bett legen, doch hustend machte Wintermaul eine abwehrende Handbewegung und schob den Elfen von sich.
Als er seinen Körper wieder unter Kontrolle hatte, räusperte er sich erneut und fuhr schwer atmend fort.
»Du bist nun bereits seit einigen Jahren bei uns, Arsim. Es war immer dein Wunsch, ein Ritter meines Ordens zu werden, dessen bin ich mir gewiss. Du willst mir deinen Eid schwören und dein Leben dem Licht und dem Kampf gegen das Unrecht widmen. Du willst, dass ich dich zum Ritter schlage.
Nun... dies wird nicht geschehen, mein treuer Gefolgsmann.« Wintermaul hielt erneut Inne, diesmal um kurz die Reaktion des Mannes zu seinen Füßen abzuwarten. Dieser kniff leicht die Augen zusammen. Sein Gesicht verriet maßlose Enttäuschung, doch er sagte nichts.
»Für dich habe ich eine andere Aufgabe ersonnen, eine wichtigere Aufgabe, die keiner meiner Ritter erfüllen könnte. Der Grund dafür ist meine Vision. Nun, ich bin kein weiser Mann, doch stehts bemüht, auf die Zeichen zu achten, die mir das Licht sendet.« Er lächelte nun erschöpft.
»Anfangs fragte ich mich, was dieser Traum zu bedeuten hatte. Ich schrieb die einzelnen Elemente nieder und grübelte einige Zeit darüber nach. Dann habe ich, so glaube ich, den Schleier gelüftet und kennen nun die Bedeutung.
Der weiße Greif vor einer aufgehenden Sonne ist das Wappen der Bruderschaft von Nordhain. Diese Mönche stehen in direktem Erbe zum heiligen Orden der Kleriker von Nordhain, die einst die Silberne Hand begründeten. Im Nordhaintal befindet sich eine Abtei, auch das Haus des Lichts oder Faols Tempel genannt.
Sie wird von frommen Rittern bewacht, deren Wappen ein Kreuz wie das unsere ist, aber rot wie Blut.«
Wintermaul verschnaufte. Das viele Sprechen hatte ihn zu sehr angestrengt. Er hob die rechte Hand, wodurch es dem Elfen gestattet war, an seiner statt weiterzusprechen.
»Der Krankheitsverlauf des Meisters ist ungewiss, Knecht. Dadurch wird unser gesamter Orden geschwächt und dadurch alle Verteidiger des Lichts. Um unsere Position zu kräftigen, beabsichtigt der Hochlord nun, unseren Orden dem dieser Tempelritter anzunähern. Wir schließen ein Bündnis mit ihnen; auf wirtschaftlicher Ebene und für den Krieg.
Dir wurde ein Empfehlungsschreiben ausgestellt. Der Meister schickt dich nach Süden, damit du diese Ritter aufsuchst und ihrem Orden beitrittst. Im Namen des Lichts. Ein Schiff wird dich zum Hafen von Menethil bringen, ich begleite dich bis dorthin. Wir brechen morgen früh auf.«
Der Diener schluckte vernehmlich. Wintermaul seufzte und versuchte die harten Worte des Elfen wohlklingender auszudrücken. Er griff nach dem silbernen Breitschwert, das sich neben seinem Lager befand und stellte es mit der Spitze nach unten aufrecht vor den Knienden.
»Das Licht zeigt seinem Diener, was dieser durch die Blindheit der Unerfahrenheit bislang nicht gesehen hat. Wir brauchen einen starken Verbündeten im Süden, der uns den Rücken stärkt und mit dessen Hilfe wir den Kreuzzug so schnell als möglich wieder fortsetzen können.
Du bist ein eifriger Student der Rechtschaffenheit, Arsim. Ich brauche dich als meinen Boten, während ich in diesem dekadenten Land dahinsieche. Sei meine ausführende Gewalt, die Exekutive des Lichts, Arsim. Halte die Hoffnung aufrecht, mein Bruder, mit Worten und mit Waffen.«
Der Großmeister beugte sich vor und reichte seinem Diener das Schwert, mit dem Griff voran. Dieser nahm es mit beiden Händen entgegen und neigte das Haupt.
»Weder Euch, noch das Licht werde ich enttäuschen. Das schwöre ich, Mylord.«


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