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 Betreff des Beitrags: Die sieben Ernter
BeitragVerfasst: 22. Okt 2010, 20:51 
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Sturmwind, Östliche Königreiche.
Es ist ein stürmischer Herbsttag, dunkle Wolken verfinstern den Nachmittagshimmel und künden von bevorstehendem Regen.
Der Wind jault durch die Straßen der Stadt, in denen sich die Menschenmengen drängen, um im letzten Moment noch ihre
Besorgungen zu erledigen. Die düstere Stimmung, die über der Stadt liegt, spornt zusätzlich zur Eile an.
Keiner ahnt etwas, von der Botschaft, die das Wetter ihnen mitteilen will.
Der bevorstehenden Ankunft.

Im südlichen Teil der Stadt sitzt ein Reiter von seinem fahlen Pferd ab.
Eine ausgezehrte Hand mit dünnen, langen Fingern krampft sich um einen altertümlichen Spazierstock mit graviertem Silberknauf.
Am Ringfinger prangt ein breiter Siegelring, ebenfalls aus Silber.
Der Reiter wendet sich ab und schlendert, entgegen der Menge, gemessenen Schrittes die Straße hinunter, die in die Stadt hineinführt.
Sein ausgemergelter Körper ist von einem langen schwarzen Leinenrock bedeckt, die Kapuze des Mantels ist nicht aufgesetzt.
Menschen kreuzen zu Hauf seinen Weg, doch keiner schert sich um den alten Gevatter. Sie alle sind mit ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt und erkennen nicht, wer dort in ihre Stadt einzieht.
Das Unwetter rückt näher.
Der Reiter setzt seinen Weg zielstrebig fort. Der Gehstock klackt bei jedem Schritt auf den Boden. Das dünne, kinnlange, schwarze Haar wird ihm vom Wind in den Nacken geweht.
Einzelne Regentropfen fallen bereits. Hinter den Häuserbergen ist ein Donnern in der Ferne zu vernehmen, das
die ohnehin gedämpften Geräusche der Stadt übertönt.
Einer der Passanten, ein junger Priester, liest im Gehen aus einem vergilbten Pergament, auch er hat keinen Blick für den auf ihn zukommenden Reiter.
Als sich ihre Wege kreuzen, stoßen die beiden unsanft an der Schulter zusammen. Der körperlich unterlegene knochige alte Mann wird grob angerempelt.
Der Priester wirft im Weitergehen einen unfreundlichen Blick über die Schulter und knurrt dem Reiter hinterher.
Pass auf wo du hintrittst, Tölpel!
Weil er eilig weiterhastet, sieht er nicht, wie der Reiter hinter ihm seine Schritte verlangsamt und schließlich stehen bleibt.
Gleichzeitig neigt sich sein Haupt Richtung Schulter. Die hakenförmige Nase und die hohe Stirn verleihen dem Gesicht das Profil eines nur mit Haut überspannten Totenschädels.
Mit ernster Miene berührt der Reiter seine Schulter mit den Fingerspitzen. Im Schneckentempo klopft er sich den Staub ab. Sein Blick verrät sowohl Verwunderung, als auch Missfallen.
Zeitgleich verkrampft sich die Miene des bereits etwas entfernten Priesters dahinter. Er starrt fassungslos und mit halb geöffnetem Mund von dem seinen Fingern entgleitenden Pergament auf, seine Augen brechen.
Er bricht wortlos und ohne große Umschweife auf offener Straße zusammen und stürzt leblos auf den dreckigen Boden.
Blätter umwehen seine verrutschte braune Kutte, Umstehende eilen herbei, um zu helfen, der Reiter stapft ungerührt weiter.

Im östlichen Teil der Stadt huschen zwei Ratten durch das innere Tor, das zum Zwergendistrikt führt. In diesem Bereich herrscht wenig Treiben, vereinzelte Bürger vernageln ihre Fenster.
Grau fließt das Wasser durch den Kanal, der die Distrikte trennt. Das gedämpfte Geräusch von Hufen hallt von den Wänden wieder. Ein dürres Pferd überquert trottend die steinerne Brücke.
Darauf sitzt, in schwarzen Leinen gehüllt, eine Reiterin. Sie ist von dünner, langer Gestalt, mit hochgeschlagener Kapuze, von der ein Paar spitzer Ohren absteht.
Auch von der Brücke huschen die Ratten, fliehen regelrecht vor der Präsenz der Reiterin. Sie reitet gemächlich am Kanal entlang.
Außer ihr befindet sich nurnoch eine Prostituierte auf dem Weg, die auf eine geöffnete Tür zueilt, aus der ihr nächster Kunde ungeduldig winkt.
Nun presst sie sich gegen den steinernen Durchgang, um den Rappen und seine Reiterin passieren zu lassen.
Langsam reitet die Elfe an ihr vorbei. Ein spöttischer Ausdruck umspielt ihre vollen schwarzen Lippen.
Sie reckt das Kinn vor, damit der Wind die Strähnen ihres verdorrten Haares aus den Augen wehen kann.
Hinter ihr tritt der Mann zaghaft aus der Tür unter den verdunkelten Himmel hinaus. Mit unentschlossenen Schritten geht er auf die Prostituierte zu, an der die Elfe vorbeiritt.
Sie ist entkräftet an der Wand zusammengesunken, ihr Blick starrt ins Leere. Der Körper ist ausgezehrt, jegliche Jugend und das Leben sind daraus verschwunden.
Die Reiterin setzt ihren Weg unbeirrt fort.

Auf dem Kathedralenplatz tummeln sich Menschen. Die Obdachlosen und Bettler der Stadt hoffen, im Haus des Lichts Zuflucht vor dem nahenden Unwetter zu finden.
Ein großgewachsener Mann im schwarzen Mantel bahnt sich gnadenlos seinen Weg durch die Menge. Die silbernen Sporen an seinen schlammigen Stiefeln, die den Fußgänger als Reiter zu erkennen geben,
klirren bei jedem Schritt metallisch. Über den Rücken hängt ihm ein großer ausgebeulter Sack, aus dessen verschnürtem Ende ein mit Edelsteinen versehener Axtgriff herausragt.
Er durchquert den überdachten Durchgang, auf dem man den Kathedralenplatz in Richtung Zwergendistrikt verlässt.
Am Ende des Übergangs ist eine Absperrung, bewacht von Soldaten, an der die Passanten in beiden Richtungen Schlange stehen, um durchgelassen zu werden.
Mit stur geradeausgerichtetem Blick geht der Reiter an den Wartenden vorbei, auf die Absperrung zu.
Er stellt sich ganz vorne in der Reihe an und will auch umgehend passieren. Da ruft sein Hintermann ihn gegen den jaulenden Wind.
He da! Hinten anstellen, ich bin jetzt dran!
Der Reiter wird langsamer und bleibt stehen. Ohne sich umzudrehen legt er den Kopf schief und lauscht dem Pfeifen und dem Lärm für mehrere Augenblicke. Dann macht er Anstalten, einfach weiterzugehen.
Sein Hinterman stiefelt ihm breitbeinig nach und legt ihm eine grobschlächtige Hand auf die Schulter, um ihn aufzuhalten.
Bist du taub?
Der Reiter bleibt abrupt stehen. Sein Kopf dreht sich langsam der Schulter entgegen, sein Blick mustert die Hand des Fremden.
Dann dreht er sich ganz zu diesem herum, seine Augen verengen sich zu goldgelben Schlitzen. Die Männer sehen sich schweigend an.
Dann wendet sich der Reiter endgültig um und schlendert weiter.
Auf Höhe der Wachen sagt er mit heiserer Stimme, die man trotz des Sturmes versteht, der Mann sei besessen.
Verständnislos sehen die Wachen erst ihn an, dann sich und schließlich den Fremden.
Dieser steht steif wie vom Blitz getroffen. Ein Schauer durchläuft seinen Körper, die Hände verkrampfen sich zu Fäusten.
Dann kippt er vorne über und wälzt sich von epileptischen Anfällen geschüttelt auf den Pflastersteinen. Während einer der Soldaten mit gezogenem Schwert auf ihn zueilt,
überquert der Reiter ungehindert die Brücke.

In der Altstadt von Sturmwind führt ein Reiter sein braunes Pferd an den Zügeln hinter sich her durch die engen Gassen. Der Regen hat zugenommen und fließt plätschernd durch die Straßenrinne.
Aus einem Hinterhof taucht Gesindel auf, das ihn verfolgt. Die Meute umzingelt ihn. Der Reiter bleibt stehen, als der Weg versperrt ist und wartet, bis sein Pferd neben ihm steht.
Er öffnet gemächlich die durchnässte lederne Satteltasche und zieht ein daran befestigtes großes Schwert hervor. Die Meute verharrt regungslos.
Mit der Klinge des Schwertes deutet der Reiter in die Richtung, in die er gegangen war.
Im selben Moment hechten die hinter ihm stehenden Männer an ihm vorbei und stürzen sich wie von Sinnen blutrünstig auf die vor ihm stehenden.
Die Gruppe fängt an, sich gegenseitig zu Tode zu prügeln und der Reiter setzt seinen Weg fort, das Schwert unter dem schwarzen Mantel vor dem Regen verbergend.

Im westlichen Teil der Stadt betritt ein Reiter die Stallungen eines Gasthauses. Er führt ein knochiges weißes Pferd heraus, blasse lange Finger halten das Zaumzeug.
Der Regen rinnt sein kinnlanges weißgraues Haar hinunter und tropft aus dem kurzen Kinnbart. Eine verfärbte Narbe zieht sich quer über die Nasenwurzel. Ein irres Lächeln breitert die vollen Lippen,
als er in den Sattel steigt.
Bei Blitzen und Donner reitet er in strömendem Regen und kreischendem Wind die menschenleere Straße hinunter.
Die Tür des Gasthauses, aus dem er gekommen war, steht noch offen. Im Inneren liegen die blutleeren Leichen der Gäste, Kellnerinnen und des Wirts auf dem Boden.
Der Reiter pfeift ausgelassen, während er auf das Zentrum des Sturms zusteuert.

Im nordöstlichen Teil der Stadt reitet ein Mann in schwarzer Kutte am Eingang der Tiefenbahn vorbei. Sein Gesicht ist von Bandagen verdeckt, aus denen der Regen perlt.
Sein graues Ross trottet durch die dunklen Häuserschluchten. Verspätete Händler sind noch immer damit beschäftigt, den letzten Rest ihrer Waren aus den Regengüssen zu schaffen.
Einem von ihnen rutscht ein Sack Mehl aus den Fingern und fällt die Treppe seines Hauses hinunter, gerade dann, als der Reiter die Passage entlangzieht. Der Stoff reißt auf und beide,
Reiter und Pferd, werden kurzzeitig von einer weißgrauen Wolke verschlungen. Unter Flüchen und Entschuldigungen gleichermaßen stürmt der Kaufmann die Treppe hinunter.
Der Reiter reckt das Kinn vor. Er dreht dem Mann das umwickelte Gesicht zu, während er weißen Rauch ausatmet. Die Wolke umgibt ihn. Da rutscht der Händler auf den vom Regen glitschigen Stufen aus
und bricht sich beim Fallen das Genick. Sein Gesicht zeigt Erstaunen, die Augen sind vor Entsetzen weit geöffnet. Ein leises Knacken ist gedämpft zu hören.
Ohne sich den Mehlstaub von der Kleidung zu klopfen zieht der Reiter teilnahmslos weiter, während hinter ihm andere Händler dem zu Hilfe eilen wollen, für den jede Hilfe zu spät kommt.

Im Park von Sturmwind sind zwei Blitze eingeschlagen. Die verkohlten Reste zweier Eichen treiben knisternd im geheiligten Wasser eines elfischen Mondbrunnens.
Die Blumen der umliegenden Beete sind tot und verwelkt.
Ein Mann, ein Reiter, steht in der Mitte des Parks, hinter einer Bank. Auf der Bank liegen sich die Leichen eines Liebespaares in den Armen. Ihre Haut ist weiß und von rotschwarzen Flecken
überzogen. Die Gesichter sind kränklich, die Mienen verzweifelt.
Der Reiter schaut mitleidig auf sie hinunter, die Augen von Bedauern erfüllt. Das Regenwasser spritzt vom Kragen seines schwarzen Mantels weg. Der Mund ist von einem schwarzen Schal verdeckt.
Eine behandschuhte Hand greift nach einem prallen roten Apfel, der neben den Toten auf der Bank liegt. Er hebt ihn auf Augenhöhe, sieht ihn prüfend an. Weitere Blitze schlagen nicht weit entfernt irgendwo in der Stadt ein.
Der Reiter wendet sich ab und lässt den Apfel achtlos fallen. Das verfaulte Obst landet auf dem Boden, während der Reiter auf sterbender Erde seinem Pferd entgegengeht.

Alle Reiter halten auf den selben Teil der Stadt zu. Das Schloss von Sturmwind.



Anmerkung:
Das Intro der Siegelträger verläuft dem Bild folgend chronologisch von links nach rechts und nicht nach ihrer Macht geordnet.
Für die erste "Szene" habe ich mir eine kleine Anregung aus einem Film... geliehen ;)
http://www.youtube.com/watch?v=hgHgpW4b ... re=related

Mein Name ist Tod und das Ende ist da.


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