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 Betreff des Beitrags: Der Spiegel des Gabrias
BeitragVerfasst: 14. Aug 2010, 05:09 
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Registriert: 08.2010
Beiträge: 23
Geschlecht: männlich
Er ist ein untotes Geschöpf in Menschengestalt, das in einer Grabstätte haust.
Er zeichnet sich durch ein bleiches Äußeres aus und ernährt sich ausschließlich von Blut.
Wohl deswegen besitzt er ein abnormes Gebiss, welches sich vor allem durch seine spitzen Eckzähne, die als Beißwerkzeuge genutzt werden, auszeichnen soll.
Anderen Darstellungen zufolge soll er Menschengestalt haben, doch könne er sich in eine Fledermaus oder riesige fledermausähnliche Kreatur, genannt Gargoyle, verwandeln.
Er könne auch Wände hochgehen.
Als wesentliches Merkmal wird ihm Unsterblichkeit zugeschrieben, die – kombiniert mit seiner angeblich übermenschlichen Körperkraft und dem Bluthunger – einen großen Teil des Schreckens des Wesens ausmacht.
Darüber hinaus wird ihm ein ausgeprägter Sexualtrieb zugesprochen.
Er soll eine starke Anziehungskraft auf das von ihm gewählte Geschlecht ausüben und Verführungskünstler sein.
Sein Schwarzes Blut verleiht im die Fähigkeit, zu entscheiden, ob er seine Opfer tötet oder in einen Ghul verwandelt.
Er wird als überwiegend nachtaktiv angesehen; er löst sich in Staub auf oder verbrennt bei Kontakt mit Sonnenstrahlen.
Dies scheint aber in erster Linie eine Erfindung des Pöbels zu sein, um seine abergläubischen Ängste zu dämpfen.
In der Vorlage der Wächterin Aegwynn wird eine solche Anfälligkeit nicht erwähnt, stattdessen ist lediglich von einer Schwächung des Wesens am Tag die Rede.
Oft heißt es auch, er besäße kein Spiegelbild. Des weiteren wird berichtet, dass er nicht in der Lage sei, fließende Gewässer zu überqueren, oder allgemein Angst vor Wasser hätte.
Auch könne er ein bewohntes Gebäude nur dann betreten, wenn ein Bewohner ihn dazu aufgefordert hat.
Ferner wird ihm oft die Fähigkeit zugesprochen, sich sehr schnell von Verletzungen erholen zu können.

Hagen legte das Buch weg und runzelte die Stirn. Von einem solchen Geschöpf hatte er noch nie zuvor gehört.
Sicher, dass das alles auch auf den Schattenlosen zutrifft? Aramachus lachte finster. Da stand doch was von wegen kein Spiegelbild.
Das hat aber nichts mit dem Schatten zu tun. Der Nathrezim machte eine wegwerfende Handbewegung. Spiegelbild; Schatten; das darf man nicht so eng sehen. Schließlich sind die meisten Fähigkeiten in der Sammlung aus mündlichen Überlieferungen entnommen, die älter als fünfhundert Jahre sind. Und das scheint für dein Volk schon eine unglaublich lange Zeit zu sein.
Er hustete heiser und Hagen zuckte mit den Schultern.
Oder sieh es mal so. Da steht er ist nachtaktiv. Das heißt bei völliger Dunkelheit. Und um einen Schatten zu werfen, benötigt man eine Lichtquelle.
Das kommt mir aber alles reichlich schwammig vor.
Wir müssen es auch nicht verstehen! Der Dämon wurde wütend. Wir sind nur diejenigen, die den Fluch vollziehen werden.
Hagen seufzte. Warum musste sie sich denn ausgerechnet eine solch scheußliche Kreatur aussuchen, um ihren Fluch für sie zu vollziehen?
Weil sie eine Hexe war, du Wurm. Und ein Genie. Wenn der Vollstrecker des Fluches unsterblich ist, macht das gleichzeitig auch den Fluch selbst unsterblich.
Und jetzt beweg dich, wir müssen ihn ausfindig machen.
Hagen fühlte, wie ein Schauer den Rücken ihres gemeinsamen Körpers hinunterlief. Der Spiegel. Sie hatten diesen verfluchten Ort aufgesucht, der Karazhan genannt wurde. Aramachus kannte den Weg. In einem der Kellergewölbe hatten sie eine Fackel entzündet, damit Hagen die Buchstaben auf dem vergilbten Pergament hatte lesen können.
In mitten dieser verdreckten Katakomben stand ein mannsgroßer Gegenstand, der von einem verstaubten Seidentuch verhüllt wurde. Der Spiegel. Aramachus kannte den Fluch.
Es war ein magisches Gebilde, das der <Spiegel des Gabrias> genannt wurde.
Gabrias der Gefallene war dem Dämon zufolge einer der Söhne des schwarzen Teufels Sargeras gewesen, der seine Essenz gespalten und einen Teil in den Spiegel verbannt hatte, damit sie den Tod seines sterblichen Körpers überdauerte.
Hagen griff nach dem Seidentuch, bereit es herunterzureißen und die Macht des Zauberspiegels freizusetzen.
Warte! Er zuckte zusammen und fasste sich an die Schläfen. Der Nathrezim grinste.
Wenn du in den Spiegel siehst, wird die Essenz des Gabrias befreit. Dann stiehlt er deine Seele und bemächtigt sich deines Körpers.
Da wäre er nicht der erste...
Hagen riss mit einem Ruck den Schleier herunter. Und wunderte sich.
Er sah einen gewöhnlichen großen Spiegel mit ovaler Form und von einem verschnörkelten Goldrand gesäumt. Doch an Stelle seines Spiegelbildes war da ein schwarzer Dämon, mit Flügeln, Hörnern, Hufen und brennender Haut.
Ist das Gabrias, dachte er.
Nein. Der Spiegel zeigt die Wahrheit. Das, du schwächlicher Winzling, bin ich.
Aramachus breitete vor dem Spiegel die Arme aus und flüsterte mit rauer, heiserer Stimme.
»Gaaabriaaaaas! Zeeeeigt Euch!« Die Oberfläche des Spiegels waberte. Der Raum begann zu beben. Staub rieselte von der Decke, Spinnweben rissen, Bücher fielen aus den Regalen. Dann war ein Echo zu hören. Zunächst leise, wie aus weiter Ferne, doch dann wurde es lauter.
Es war Gelächter. Ein gehässiges Lachen zerriss die Luft und Aramachus ballte die Hände zu Fäusten. Er hasste es, ausgelacht zu werden.
»Du rufst den Herrn der Finsternis, Menschenwurm?« Die dunkle Stimme erfüllte den Raum und der Spiegel waberte, wie eine aufgewühlte Wasseroberfläche.
»Ich bin Aramachus der Entweiher«, krächzte der Nathrezim. »und ich befehle Euch, mir das Antlitz des Schattenlosen zu enthüllen.« Abermals Gelächter.
»Du erteilst mir Befehle? Dem Sohn des Schattengottes?« Stille folgte und Aramachus starrte mit düsterem Blick in den Spiegel, anstatt zu antworten. Hagen hielt den Atem an.
»Dein Körper wird der meine sein, Mensch.« Nun lachte Aramachus leise und es klang eher, als würde er dabei ersticken.
»Das ist ein Preis, den ich zu zahlen bereit bin. Und jetzt zeigt ihn mir! Ihn und seinen Aufenthaltsort!«
»So sei es.«
Das Bild im Spiegel verschwamm und seine Oberfläche glättete sich langsam. Dann war dort die Innenseite eines Gemäuers zu sehen.
Grob behauene Steine, der Raum nur durch dicke Kerzen erhellt. Und da war er. Ein Mann stand an einer Seite des Raumes und spähte aus einem kleinen Fenster hinaus in die Dunkelheit.
Er trug geschmackvolle Kleidung, wie es schien. Der Kerzenschein wurde schimmernd vom violetten Stoff reflektiert. Das Gesicht des Mannes war nicht zu erkennen, doch hatte er schulterlanges Haar, das von heller Farbe zu sein schien.
Die Kerzenflammen warfen tanzende Schatten an die Wand. Dann verschwamm das Bild langsam. Hagen grinste. Sieh an, der Schattenlose hat also doch einen Schatten.
»Halt! Was soll das?« Aramachus berührte mit den Händen die Oberfläche des Spiegels, als könne ihn das dazu bringen, das Bild wieder herzustellen.
»Noch nicht! Man konnte nichts erkennen! Wo war das? Zeigt mir sein Gesicht.«
»Ich habe dir gezeigt, nach was du gefragt hattest.« Gabrias lachte erneut schauderhaft auf.
»Und jetzt bist du an der Reihe!« Damit bekam der Spiegel Risse und zersprang. Im selben Augenblick strömte eine schattenhafte schwarze Wolke aus den Rissen hervor und hüllte Aramachus ein.
Den Teil überlasse ich dir.
Nein! Hagen sank auf den Steinboden nieder und krümmte sich schmerzerfüllt zusammen. Nicht! Der Rauch gelangte in seinen Körper, in seinen Kopf, in seinen Geist. Seine Augen weiteten sich, angsterfüllt schnappte er nach Luft und bekam keine.
Als atmete er Schwefeldampf. Keuchend starrte er auf seine Hände, deren Finger sich zu verlängern schienen. Knochen brachen, sein ganzer Körper schmerzte tausendmal schlimmer als sonst.
In unerträglicher Qual schrie Hagen auf. Sein Rücken bog sich durch und knorpelartige Stacheln durchbohrten von innen sein Fleisch und brachen aus den Schultern und Armen heraus.
Sein Kopf drohte zu zerspringen und er wollte ihn festhalten, als er fühlte, dass auch irgendetwas aus seiner Stirn zu sprießen begann.
Von Krämpfen geschüttelt kugelte er über den kalten Steinboden. Er erbrach sich. Dann sackte er kraftlos zusammen und verlor das Bewusstsein.

Noch bevor er aus seinem traumlosen Schlaf erwachte, konnte Hagen fühlen, dass Aramachus bei ihm war.
Er schlug die Augen nicht auf, doch er wusste, dass er noch lebte. Die Schmerzen verrieten es ihm, denn Schmerz ist den Lebenden vorbehalten.
Das hast du gut gemacht, lobte der Dämon, sehr überzeugend.
Was meinst du? Es hat mich fast umgebracht.
Sei kein solcher Weichling! Der Hund hat uns reingelegt. Aber das haben wir ihm nun doppelt zurückgezahlt.
Hagen schlug die Augen auf. Sie brannten wie Feuer. Er betastete seinen Hals, dann seinen Kopf. Sein Atem beschleunigte sich.
Zwei gebogene Hörner ragten aus seiner Stirn. Die verschiedengroßen Stacheln an den Armen konnte er selbst sehen und verkrustetes Blut klebte an den Stellen, wo sie seine Haut durchdrungen hatten.
Es war hellichter Tag und er hockte im Gras einer Wiese. Wo sind wir?
Im Dämmerwald. Du hast geschlafen und da habe ich die Zeit genutzt, um den Gebirgspass der Totenwinde hinter uns zu lassen. Der Nathrezim lächelte beinahe freundschaftlich.
Sollte der Spiegelgeist sich nicht meine Seele holen?
Das sollte er. Aber er konnte es nicht. Denn deine Seele gehört bereits mir. Aramachus grinste nun breit. Wir haben ihn ebenso betrogen, wie er uns.
Und was wurde aus ihm?
Wen kümmert das? Jedenfalls ist er nicht hier... oder kannst du seine Präsenz fühlen? Also ich nicht.
Hagen schloss einen Moment die Augen, um in sich hinein zu hören.
Ich auch nicht. Er grinste zufrieden. Aramachus lachte triumphierend.
Und so begann auch ihr Körper zu lachen. Zunächst war es das krächzende, kehlige Lachen des Nathrezim, dann wurde daraus jedoch unvermittelt das dumpfe, gräuliche Gelächter, das sie schon in den Verliesen von Karazhan vernommen hatten.
Hagen überlief ein Schauer.


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