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 Betreff des Beitrags: Blutgeruch
BeitragVerfasst: 14. Aug 2010, 05:10 
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Auf seinem Ritt von Acherus zum Hafen von Menethil passierte Lestad der Schattenlose in der dritten Nacht ein Dorf im Silberwald, als er sich gezwungen sah, die Reise kurzweilig zu unterbrechen.
Der süßliche Geruch von Blut lag in der Luft. Das warme Blut der Lebenden. Mit dem Schein des Vollmondes im Rücken stiefelte er gemächlichen Schrittes über den Dorfplatz, das leicht gepanzerte Todesstreitross an den Zügeln hinter sich herführend.
Er war sich wohl bewusst, dass er aus dem Verborgenen von lauernden Augen beobachtet wurde, doch das kümmerte ihn kein Stück. Wozu auch? Kein Jäger fürchtet seine Beute. Und auf der Jagd war er. Denn der Duft des roten Lebensspenders hatte alte Erinnerungen in ihm wachgerufen.
Und alte Gelüste.
Klack. Klack. Das Geräusch der gepanzerten Stiefel auf dem behauenen Granit. Gefolgt von den Hufen des untoten Pferdes Unvergänglich, die es durch die Ruhe der warmen Sommernacht hindurch erwiderten, wie ein dumpfes Echo. Denn es war ruhig im Dorf. Der einzige Lärm drang gedämpft aus der matt erleuchteten Taverne, auf deren Eingang am Ende des gepflasterten Platzes der Untote zuschritt.
Er band das Ross mit den Zügeln an einen Pfeiler des Hauses, der ein kleines gewölbtes Vordach stützte, und trat ein.
Die Taverne bestand aus einem einzigen Raum, in dem vier Tische mit Hockern und einer Bank standen. Im Kamin brannte ein Feuer und darüber grillte ein aufgespießter Eber.
Dennoch war der einzige Geruch den Lestad wahrnahm der des Blutes. Es waren viele Leute im Raum, darunter auch viele Lebende. Ihr Blut durchströmte ihre Körper. Es kostete den Untoten wenig Anstrengung das Schlagen ihrer Herzen herauszuhören. Ta-tock... Ta-tock... Ta-tock...
Bei seinem Eintreten hatten sich die Männer am Tisch neben der Tür argwöhnich zu ihm umgedreht. Es war eine Patrouille von fünf Todespirschern der Verlassenen, die Karten spielten und den klein gewachsenen Menschen in der Gewandung der Acherusritter offensichtlich nicht als Gefahr einstuften.
Ansonsten waren da noch eine untote elfische Waldläuferin, ein paar Blutelfen und eine Gruppe aus gut zehn Menschen, die ein Festmahl verspeiste und in ein ausgelassenes Gespräch vertieft zu sein schienen im Raum. Eine weitere Gruppe aus vier Männern saß etwas abseits in einer schlecht beleuchteten Ecke des Raumes und sie waren es, die Lestads Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Nicht wegen des Blutgeruchs, den sie verströmten, viel mehr aber wegen dem, was sie am Leib trugen. Die Männer saßen im Schatten, zwei an der Wand und zwei mit dem Rücken zum Raum. Sie trugen schwarze Kutten und die Kapuzen verdunkelten ihre Gesichter zu schwarzen Schemen. Dennoch war da etwas, das den Untoten stutzen ließ. Einer der beiden Männer, die ihm den Rücken kehrten, hatte von den Schulterblättern bis zur Taille mit silbernem Faden ein großes Kreuz auf die Rückseite der schlammverkrusteten schwarzen Kutte gestickt, das im Schein des Feuers schimmernd flackerte.
Lestad lächelte unwillkürlich. Diese Männer beachteten ihn nicht oder ließen es sich nicht anmerken. Doch war auch er wegen etwas anderem hier. So schlug er die Kapuze zurück, strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und stellte sich an einen Platz vor dem Kaminfeuer. Einen Augenblick lang betrachtete er melancholisch die knisternden Flammen. Für die Vry'Kul war das Feuer heilig. Im Leben wurden ihm die größten Freuden im Schein solcher Flammen zuteil. Jedoch auch das größte Leid... Hatten sie ihm doch seine Familie genommen...
Die Stimme des rundlichen Wirts riss den Untoten aus seinen Gedanken. »Willkommen in Pyrewood, Herr. Was darf ich Euch anbieten?« Der Lebende war sogar noch ein Stück kleiner, als Lestad selbst, und wahrscheinlich viermal so dick. Er rieb sich geldgierig die Hände. Als der Schlächter ihm den Kopf zuwandte, stieß der Dicke ein enttäuschtes 'Oh' aus. »Oh?«, erwiderte Lestad. »Verzeiht, Herr. Ich habe nicht sofort bemerkt, dass Ihr... tot... seid. Welcher andere Grund führt Euch in mein Gasthaus, wenn Ihr hier weder schlafen noch essen wollt?«
»Jedenfalls nichts von dem, was du hier verkaufst, alter Mann«, raunte Lestad mit einem verschlagenen Grinsen. Händeringend versuchte der Wirt doch noch ein Geschäft zu machen. »Oder braucht Ihr vielleicht eine Frau, mein Herr? Ich habe da eine Tochter...« Lestad machte eine ablehnende Handbewegung. »Für so etwas zahle ich doch nicht... Aber vielleicht kannst du mir mit etwas anderem helfen. Was weißt du über die Männer dort drüben?«
Der Wirt folgte seinem Blick und sah die vier Männer in der Ecke einen Augenblick an. Dann kniff er die Augen zusammen und überlegte offensichtlich, ob er für diese Auskunft Geld verlangen konnte. Schließlich streifte sein Blick die Waffen, die der Wiedergänger unter der Kutte trug und der Dicke seufzte. »Nicht viel, Herr. Vier Männer... drei Menschen, ein Elf. Sie kamen vor Sonnenuntergang ins Dorf, auf Pferden... haben oben zwei Zimmer für die Nacht gemietet und sitzen seither dort rum... Reden wenig, essen noch weniger. Und meine Tochter wollten sie auch nicht kaufen.«
Lestad nickte mit ernstem Gesicht. Das Lächeln war ihm vergangen. »Ich werde wohl ein wenig gepflegt mit den Herren plaudern müssen.«
Nachdem er den Wirt abgewimmelt hatte, ging der Untote geradewegs auf den Tisch der Fremden zu, griff sich im Vorbeigehen einen Hocker vom Nebentisch und setzte sich ans Kopfende zu den Vieren.
Drei von ihnen drehten ihm augenblicklich den Kopf zu. Gleichzeitig verschwanden ihre Hände unter dem Tisch, zweifellos nach den Griffen ihrer Klingen tastend.
Der mit dem Kreuz auf dem Rücken zeigte keine Regung. Er hatte die Arme auf die Tischplatte gestützt, die Hände gefaltet und sein Kinn darauf gelegt. Lestad sah ihn von der Seite und die Kutte des Mannes verbarg noch immer sein Gesicht vor dem neugierigen Blick des Wiedergängers.
»Eine wunderschöne Nacht heute, nicht wahr?« Spontan hatte Lestad beschlossen, auf die traditionellen Höflichkeitsfloskeln zu verzichten und sprach statt dessen laut und frei heraus.
Einer der Männer warf dem Gekreuzten einen kurzen Blick zu und als dieser keine Anstalten machte zu reagieren, knurrte er mit gedämpfter Stimme.
»Wir gehen nachts nicht vor die Tür. Die Krankheit des Meisters ist mondabhängig wie es sch...«
Der Elf in der Runde unterbrach seinen Gefährten, indem er mit einer behandschuhten Faust auf den Tisch schlug, dass das Geschirr durch die Gegend flog.
»Wer bist du? Was willst du, Fremder?« Er spuckte die Worte förmlich aus und Lestad meinte einen leichten Akzent in seiner Stimme zu hören.
»Ach wie bedauerlich«, hauchte der Blutsauger. »Wir verzichten also auf die oberflächliche Konversation und kommen umgehend zur Sache, wie?«
»Sag was du zu sagen hast und dann verschwinde.«
»Aber aber mein Freund...« Lestad lehnte sich im Stuhl zurück und legte die Füße auf den Tisch. Seine saronitbeschlagenen Stiefel waren schlammverschmiert.
»Wo es doch gerade anfängt, gemütlich zu werden.« Er lächelte, sodass seine Fangzähne für alle gut sichtbar waren.
»Wir legen keinen Wert auf die Gesellschaft deinesgleichen!« Die Stimme des Mannes drohte sich zu überschlagen. Er hatte fast geschrien und konnte die Stimme nur mit Mühe dämpfen.
»Kein Grund gleich laut zu werden.« Lestad legte den Kopf schief. Ein dunkles Echo begleitete seine Stimme. »Meinesgleichen? Meinesgleichen existiert nicht! Ich bin bisweilen einzigartig.«
Ta-tock, ta-tock, ta-tock. Der Herzschlag des Gekreuzten beschleunigte sich.
Bestätigt lächelte Lestad. Dieses Mal erkannte er ihn also... Einer der Männer räusperte sich.
»Und was darf ich mir unter euresgleichen vorstellen, die Herren?«
»Wir sind Pilger... aus dem Süden.« Etwas zu schnell kam die Antwort des Elfen.
»Ah, wirklich. Ist das so.« Belustigung spiegelte sich auf dem Gesicht des Untoten wieder. »Wohin geht die Pilgerfahrt, wenn ich mir die Frage herausnehmen darf.«
Die Männer tauschten vielsagende Blicke untereinander. Es war der mit dem Kreuz, der nun das erste Mal seine Stimme erhob. Sie klang rau und bestialisch, strahlte jedoch Entschlossenheit aus.
»Uns kamen Gerüchte zu Ohren, nach denen es den Champions der Gerechtigkeit gelungen ist, die Festung Eiskrone in Nordend anzugreifen und den Lichkönig niederzustrecken. Meine treuen Brüder und ich sind nun auf dem Weg nach Lordaeron, um am Grab von König Terenas zu beten und unseren Dank auszusprechen.«
Beinahe wäre Lestad beim unerwarteten Klang dieser Stimme zusammengezuckt. War dieser Mann der, für den er ihn hielt, dann musste ihm etwas grauenhaftes zugestoßen sein.
Er schwieg einige Zeit, bevor er deutlich distanzierter als zuvor antwortete. »Diese Gerüchte kann ich unterstützen. Ich war in Nordend, als der Ansturm auf Eiskrone begann.«
»Tatsächlich?«, fiel ihm der, der gehustet hatte ins Wort. Seine Stimme klang jugendlich und voller Tatendrang. »Wo das doch erst wenige Tage zurückliegt, meine ich. Wunderlich, dass du erst noch dort weiltest und jetzt schon hier bei uns, nicht wahr, Verlassener?«
»Die Toten reiten schnell, so heißt es.« Lestad deutete im Sitzen eine halbe Verbeugung an. Mit der spöttischen Geste wollte er seinen Gegenüber provozieren, da dieser mit ihm sprach, wie mit einem gewöhnlichen Bauern.
»Und zu den sogenannten Verlassenen gehöre ich nicht. Ich sagte doch bereits... ich bin einzigartig. Obgleich ich dieser Tage von Acherus aus reite.«
Der Elf brummte verdrießlich. »Du hörst dir gerne selbst beim Reden zu, scheint mir. Wenn du nichts wichtiges zu sagen hast, verschwinde. Wir wollen unter uns sein.«
»Ich verstehe. Nun, dann werde ich jetzt wieder aufbrechen... habe noch einen weiten Weg vor mir.« Er grinste vielsagend und sah den mit dem Kreuz an. »Was ich wissen wollte weiß ich ja jetzt.«
Damit erhob er sich und schlenderte in Richtung Ausgang. Die Männer tuschelten hinter seinem Rücken miteinander.
»Ob er's gemerkt hat?«
»Das war der Schattenlose, ein Siegelträger.«
»Soll ich ihm nach, Mylord? Ihn beseitigen?«
Der Gekreuzte antwortete etwas, das Lestad nicht mehr genau verstand, zumal im selben Moment wieder der dicke Wirt in für seinen Umfang beachtlichem Tempo auf ihn zugesaust kam.
»Ihr wollt schon gehen, der Herr? Wollt Ihr wirklich garnichts kaufen? So kauft doch wenigstens etwas zum mitnehmen.«
»Und was soll das sein?«, knurrte der Wiedergänger gereizt. Das dunkle Echo untermalte erneut seine Stimme.
»Naja... ich hätte da einen guten Wein...« Der Dicke war sichtlich eingeschüchtert.
»Wein? Ich bevorzuge den anderen roten Nektar. Jenen, den man hier nicht kaufen kann.«
»Oh, bei mir könnt Ihr alles kaufen, werter Herr. Alles nur eine Frage des Preises.«
»Los, geh mir aus dem Weg, du verschwendest meine...«
»Meine Tochter, Herr! Für den passenden Preis könnt Ihr sie haben.«
»Du meinst das wirklich ernst oder?« Lestad dachte erneut sehnsüchtig an den eigentlichen Grund seiner Rast.
»Hier in der Taverne kann ich das Mädchen nicht brauchen. Nichtmal als Kellnerin taugt sie. Aber... Ich bin mir sicher, unter gewissen Umständen könnt Ihr mit ihr sehr viel Spaß haben, Herr.« Er grinste anzüglich und Lestad verstand.
»Wieviel?«
»Siebzig Silbermünzen.«
»Ha! Dafür könnte ich ein ganzes Pferd kaufen. Sieben.«
»Fünfzig, Herr. Ich bitte Euch.«
»Fünf.«
»Dreißig, Herr. Habt ein Herz.«
»Ich habe eines, das schlägt jedoch nicht mehr. Einverstanden, dreißig.«
Kurz darauf setzte der Untote seinen Ritt fort. Das Mädchen war bei ihm. Sein Blutdurst wurde in jener Nacht nicht gestillt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Blutgeruch
BeitragVerfasst: 18. Aug 2010, 05:37 
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